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Projekte in Gambia Das Dorf Dankunku Informationen zum Dorf und der Region Dankunku

Informationen zum Dorf und der Region Dankunku

Das Dorf Dankunku liegt am Südufer der Region Central River als Teil des Niamina Dankunku Bezirks. Es hat eine Bevölkerung von etwa 3.500 Menschen, 65% davon sind Frauen. 'Mandinkas' bilden die wichtigste ethnische Gruppe. Dankunku ist ca. 10 km von der Haupt-Fernstraße Soma-Basse entfernt und wird über eine kleine Zubringerstraße erreicht.

Dankunku hat neben einer staatlichen Grundschule eine kleine Krankenstation, Landwirtschaft, Viehzucht und geringfügig Forstwirtschaft. Das Dorf profitiert aus dem Projekt der ländlichen Wasserversorgung durch die Einrichtung von Standrohren zu strategischen Orten in der Gemeinde, aber es gibt noch keine Wasserleitungsverbindungen zu den einzelnen Haushalten. Es gibt weder Strom noch Telefonanschlüsse, dadurch wird in den meisten Teilen der Gemeinde die Kommunikation extrem schwierig bzw. ist stark begrenzt.

Die Menschen in der Region betreiben sowohl Viehzucht als auch Landwirtschaft. Die wichtigste Monokultur in der Gegend sind Erdnüsse. Die wichtigsten Nahrungspflanzen sind Reis, Hirse und verschiedene Gemüse. Jedoch aufgrund der geringen und unregelmäßigen Regenfällen, der hohen Bodenerosion, des immer weniger werdenden fruchtbaren Boden, verursacht durch Mangel an geeigneten Produktionsmitteln, ergibt sich für die meisten Bauernfamilien ein niedriges Produktionsniveau. Es gibt kaum Zugang zu Märkten für die Produkte und damit kann die Mehrheit der Bevölkerung nicht ihre Familien das ganze Jahr über ernähren. Deshalb müssen sie sich stark auf die Unterstützung durch andere Familienmitglieder und / oder Verwandte verlassen, die in anderen Gegenden wohnen.

Das Dorf Dankunku ist eine der bekanntesten Gemeinden im ländlichen Gambia seit der Kolonialzeit. Eine gute Anzahl von Leuten aus der Gemeinde wurde aufgeboten, um im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen. Westlicher Bildung wurde in der Gegend seit 1951 eingeführt und seitdem erbringen die Dorfbewohner ihren Anteil zur sozio-ökonomischen Entwicklung der Republik Gambia.

Dankunku hat neben den Flusspferden eine Menge wilder Tierarten. Dazu gehören unter anderem Affen, Busch-Schweine, Hyänen und bis vor einigen Jahren auch Tiger und Leoparden, die jedoch aufgrund der hohen Abholzung in der Gegend heute nicht mehr vorkommen. Dennoch könnte all dies in der Gegend mit der Unterstützung von geeigneten Projekten neu eingeführt werden.

Seit der Gründung im frühen 19. Jahrhundert bis Anfang der 1980er Jahre, gehörte Dankunku zu den am höchsten Reis produzierenden Gebieten des Landes. Landesweit war es ein Schlüssel zum Brotkorb vieler Gemeinden in verschiedenen Teilen des Landes. Der Ort war früher ein Knotenpunkt für Bauern und Händler weit und breit, die aus verschiedenen Orten innerhalb und außerhalb des Landes (Banjul, Basse, Foni, Kombo, Niumi, Mali, Guinea Conakry und Guinea-Bissau, Senegal u.a) kamen.

Mit Beginn des wiederkehrenden westafrikanischen Dürre-Phänomens seit dem Jahr 1973, nahm die Fruchtbarkeit des Reis-Ökosystemens in Dankunku eine rapide sinken-den Wende, die bis heute anhält. Klare und nachvollziehbare Beispiele zu dieser Agrar- und Umweltschädigung sind der Säure- und Salzgehalt des Bodens, die Verkürzung der Ernte und Vegetationsperiode und der damit schwindenden Produktion und Produktivität. Der Verlust der 'internen Ernährungssicherheit' führt zu mehr als bisher unbekannten Vorkommen von Hunger, sowie gleichermaßen einer Zerstörung der kulturellen und geistigen Lebenskräfte, zu Abwanderungen, Teenager-Schwangerschaften etc.

Eine weitere Ursache für den Rückgang der Nahrungsmittelproduktion und der Produkti-vität, war der unglückliche und enorm teure Design-Fehler des von der Regierung finanzierten und kleinangelegten Reis-Entwicklungsprojekt in der Gemeinde in den frühen 1990er Jahren. Folglich begann die Reisproduktion schnell zu schwinden. Reis- und Gemüsebauern in der Gegend erlebten schwere Dürren und den hohen Salzgehalt in ihren Bereichen, die Jahr für Jahr zu schlechten Ernten führten.

Es besteht daher ein dringender Bedarf, um die Ernährungssicherheit in der Region zu gewährleisten, um weitere Leiden zu vermeiden, die die Menschen aufgrund schlechter Ernten aber auch durch das Eindringen der wilden Flusspferde, die in der Gegend weit verbreitet sind, erleben.


Dankunku hat ein reiches kulturelles / traditionelles Erbe. Kultur und Tradition wird in der Regel in dieser Gemeinschaft als wichtiger Faktor zur Förderung der Einheit, zur Zusammenarbeit, für das gegenseitige Vertrauen, das Verständnis und den Zusammenhalt zwischen den Menschen gesehen. Das jährliche Kulturfestival, das dort abgehalten wird, wird auch immer als „Homecoming Festival“ für Menschen aus Dankunku abgehalten, die derzeit ihren Wohnsitz weit entfernt haben. Dies bietet die Chance, sich den Familien, Freunden, Verwandten und Lieben wieder anzuschließen. Darüber hinaus stellt es eine Herausforderung an die Heimkehrer, wie sie zur Entwicklung der Gemeinschaft beitragen können. Allerdings musste diese wichtige kulturelle Veranstaltung derzeit, vor allem aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Youth Association (Maribantang), die vollständig für die Durchführung solcher Ereignisse zuständig ist, eingestellt werden.

Dankunku hat eine sehr lebendige, junge Bevölkerung, die Mehrheit von ihnen sind Mädchen. Die Mehrheit dieser Jugendlichen (80%) sind jedoch nach Abschluss ihrer schulischen Laufbahn (auf der Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten) zu den Stadt-  und semi-urbanen Zentren weggezogen. Doch wegen der hohen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Afrika im Allgemeinen und damit auch in Gambia finden sich die Mehrheit der Jugendlichen in letzter Konsequenz selbst in der Arbeitslosigkeit wieder und daher nicht in der Lage, nach Hause zurückzukehren, und auch nicht in der Lage ihre Eltern bei landwirtschaftlichen Arbeiten zu unterstützen, und auch mit sinnvollen, produktiven Tätigkeiten für die eigene Besserstellung zu beginnen. Als Ergebnis enden die meisten von ihnen frustriert und beginnen sich in verschiedenen Formen gesellschaftlicher Laster zu engagieren, das sich dann negativ auf ihre Gesundheit und die allgemeine Lebensführung auswirkt. Am stärksten betroffen sind die weiblichen Jugendlichen, wie dann die meisten von ihnen am Ende immer in ungewollten Schwangerschaften und frühen Heiraten enden.

Aufgrund seiner Lage, wie oben beschrieben, hat der Niamina-Dankunku-Bezirk als Ganzes keine effektiven Kommunikationseinrichtungen und damit finden sich auch die Menschen der Region, besonders die Jugendlichen, völlig abgeschnitten in Bezug auf die immer up to date und zuverlässigen Informationen bezüglich wichtiger Entwicklungen in anderen Teilen des Landes und an anderer Stelle der ganzen Welt.

Diese junge Bevölkerung hat aber große Potenziale für die Rückgewinnung bzw. Verbesserung all der verlorenen Potenziale zur Verbesserung des sozio-ökonomischen Lebens der Menschen. Mit Unterstützung im Bereich der Ausbildung könnten die Einkommen schaffenden Fähigkeiten für die Erwerbstätigen in der Gemeinde gesteigert werden. Daher kann die Notwendigkeit für die Nachwuchsförderung in diesem Bereich nicht überbetont werden.

Der Zugang zu grundlegenden sozialen Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit, Wasser, Strom, sicheren und zuverlässigen Wasser-Anschluss auf Haushaltsebene, gute Zufahrtswege, Telefondienste ist unter anderem ganz entscheidend für den sozio- ökonomischen Fortschritt eines jeden Gemeinwesens. Aufgrund der Entfernung von der Fernstraße und der Hauptstadt sowie des schlechten Straßennetzes, ist Dankunku nicht gerade privilegiert von solchen Dienstleistungen zu profitieren. Ebenso leidet eine effiziente Mütter- und Kindergesundheit. Der nächste Ort zur Überweisung für Notfälle ist das Bansang Krankenhaus, das etwa 70 km entfernt liegt. Dies erhöht den Druck auf die Frauen im gebärfähigen Alter angesichts ihrer dreifachen Funktion (Kindererziehung, unterschiedliche Gemeinde- und Produktionsaktivitäten).

 

 

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